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STAMAPOSTEL BISCHOFF IN...

DECEMBER 1951. EEN WEEK VOOR DAT HIJ ZIJN BERUCHTE
"BOODSCHAP" BRACHT.


ei seinen Reisen in Süddeutschland besuchte der Stamm-
apostel auch die Gemeinden München und Augsburg. Es
war zunächst nur vorgesehen, an dein betreffenden
Sonntag nach
München zu gehen, da aber Augsburg auf dein Rückweg
liegt
und die Augsburger Geschwister am Samstag vorher ihre
neu-
erbaute Kirche beziehen konnten, hatte sich der
Stammapostel entschlossen, ihnen auch einen Besuch
abzustatten. In München fand der Gottesdienst in einer
gemieteten Halle statt, in der mehrere tausend
Geschwister Platz gefunden hatten. Der Stammapostel war
mit seiner Begleitung schon am Samstag eingetroffen und
war am Abend im engen Kreise mit einigen Brüdern
zusammen gewesen. Dieses Zusammensein wird den
Beteiligten unvergeßlich bleiben, denn der Stammapostel,
der über viele Jahrzehnte im Hause Gottes tätig ist und
einen großen Schatz von Erfahrungen sein Eigen nennt,
bietet in solchen Stunden den Brüdern aus seinem reichen
Erleben köstliche Hinweise, die ihnen für ihre Arbeit
von großem Nutzen und Segen sind.
Das Textwort des Vormittagsgottesdienstes steht in
Hebräer 9, 24 und 28. „Bei unserem Weg über die Erde",
so führte der Stammapostel aus, „liegen Segen oder Fluch
in der Annahme oder Ablehnung der göttlichen Offen-
barung in unserer Zeit begründet. Es ist für uns nicht
einerlei, welchem Geiste wir die Führung unserer Seele
anvertrauen, und es genügt auch nicht, zu sagen: ,Wir
glauben an Gott!', denn das tun die Teufel auch. Sie
zittern sogar vor ihm, wie Jakobus schrieb. Auch genügt
es
nicht, wenn man sagt: ,Wir glauben an den Herrn Je-
sus'. Das haben wir schon in der Schule getan. Aber der
Glaube an das einst Geschehene bringt uns noch nicht
die von Jesu verheißene Seligkeit. Wir können an die
Taufe mit Wasser glauben, wir können auch an die Spen-
dung des Heiligen Geistes glauben und an die Vergebung
der Sünden, weil uns davon in der Heiligen Schrift be-
richtet ist. Aber vom Glauben an eine Taufe ist noch
niemand getauft worden, und vom Glauben an eine Ver-
gebung hat noch niemand die Vergebung erlangt. Die
Taufe mit Wasser, die Vergebung der Sünden und der
Heilige Geist müssen von den von Jesu dazu Beauftrag-
ten gespendet werden. Daß diese Gnadenhandlungen auch
heute
nicht umgangen werden können, ergibt sich aus der
Klarheit des
Wortes Jesu: ,Es sei denn, daß jemand geboren werde aus
Was-
ser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes
kommen'.
Dieses Wort läßt keine Ausnahmen zu. Wir sind Menschen,
die
in der Gegenwart leben und wir bedürfen der Lehrer, die
in der
Gegenwart lehren. Wenn jemand erkrankt, be-
darf er des gegenwärtigen Arztes, und unser
Leib wird mit der Speise gesättigt, die uns die
gegenwärtige Zeit bietet. Wir müssen uns dar-
über klar sein, daß wir unsere Seele nur dann er-
retten können, wenn wir das ergreifen, was der
Herr in unserer Zeit anbieten läßt. Daß er da-
zu Menschen nötig hat, wie vor neunzehnhun-
dert Jahren, werden wir verstehen. Aber der
Geist des Herrn ist auch heute kein anderer wie
damals. Er bleibt der unveränderliche Gott
heute und in alle Ewigkeit.
Nun haben wir die Liebe Gottes zu uns darin erfahren
dürfen, daß er uns zur Offenbarungsstätte seines Sohnes
geführt hat. Hier dürfen wir die Worte des Herrn hören;
was übereinstimmt mit dem, was am Anfang der Offen
Ein
wundervolles Mosaik, das alle vier Wände des prächtigen
Saales des
Museums schmückt, besteht aus Millionen kleiner farbiger
Natursteine. Es
sind allegorische Darstellungen
von mir zeuget, und ihr wollt nicht zu mir kommen,
daß ihr das Leben haben möchtet.' So lag also das Leben
nicht in den alten Schriften, ein Neues Testament
bestand damals noch nicht, sondern das Leben in und aus
Gott war in Christo Jesu verkörpert. An seine
Offenbarungsstätte sind wir gekommen, und in uns wurde
durch das Wort der Predigt der Glaube an die
gegenwärtigen Offenbarungen erzeugt. Nachdem wir unser
fehlerhaftes Leben und die mancherlei Irrungen in
religiöser Hinsicht erkannt hatten, wurde uns aus
demselben Geist durch die Boten des Friedens Vergebung
zuteil. Wir durften an dem Heiligen Abendmahl teilnehmen,
wodurch wir in die Lebensgemeinschaft mit Christo Jesu
unserem Herrn gelangten; und dann empfingen wir, als die
Zeit erfüllt und wir dazu bereit waren, durch der
Apostel Wort und Handauflegung den Heiligen Geist als
das Unterpfand zu unserer ewigen Herrlichkeit. Damit war
in uns die Geburt zu einer neuen Kreatur vollzogen. Als
Menschen wurden wir von Menschen gezeugt und geboren.
Aber in der Wiedergeburt aus Wasser und Geist sind wir
aus Gott geboren und somit Gotteskinder und Erben des
ewigen Lebens geworden. Nun handelt es sich für uns
darum,
das von Gott verheißene Ziel zu erreichen und nicht von
dem Weg abzukommen. Halten wir gleichen Schritt mit dem,
der uns auf dem Weg vorangeht. Der Schreiber des
Hebräerbriefes führt an, daß Christus eingegangen ist in
den Himmel, selbst zu erscheinen vor dem Angesicht
Gottes für uns. Der Sohn Gottes ist über all unser
Verhalten aufs beste orientiert. Wer das nicht glauben
kann, den möchte ich an die Bekehrung eines
Saulus erinnern, dem der Herr unterwegs begegnete und
sagte: ,Saul, Saul, warum verfolgst du mich?' Der Herr
Jesus war doch aufgefahren zum Vater, von dem er
ausgegangen war, wie auch Stephanus sagte: ,Ich sehe den
Himmel offen und des Menschen Sohn zur Rechten Gottes
stehen.' Saulus konnte nicht an den Thron Gottes
gelangen, aber der Herr Jesus wußte, was Saulus den
Seinen tat. Und was er den Seinen getan hatte, sah Jesus
an, als ob es ihm selbst geschehen sei. Deshalb sagte
er: ,Saul, Saul, warum verfolgst du mich.' Denke
niemand, daß der Herr die Tränen der Armen, der Witwen
und Waisen nicht sehen würde, denke niemand, daß er das
Gebet der geängstigten und gequälten Seelen nicht
erhören würde! Ihm ist nichts verborgen, er kennt auch
unsere Irrgänge, wenn uns der Satan von \dem Weg der
Wahrheit ablenkt.
Nun heißt es auch, daß Jesus, wenn er zum Seligkeit
einzuführen. Das hat er selbst gesagt und hat die
Gültigkeit seiner Worte damit unterstrichen, daß Himmel
und Erde vergehen werden, aber seine Worte nicht. Man
könnte fragen: ,Wer weiß, ob das alles so stimmt?`
Nachdem wir aber soviel, was Jesus von unserer Zeit
sagte, erfüllt sehen und erlebt haben, ergibt sich die
Gewißheit, daß auch der unerfüllte Rest
Begrüßung

sich noch erfüllen wird, und wir nicht umsonst auf
den Tag warten, an dem Jesus kommt, um uns zu sich zu
nehmen. Neulich wurde mir die Frage gestellt, wo denn
geschrieben stehe, daß der Herr Jesus bald kommt. Diese
Frage hat der Herr selbst beantwortet. Er stellt sich
vor als der Erste und der Letzte, als der Anfänger und
der Vollender. Vor 1900 Jahren hat er sein Werk
begonnen, und am Schlusse der Offenbarung heißt es:
,Siehe, ich komme bald!' Das hat doch Gottes Sohn selbst
gesagt, und er hat außerdem die Verhältnisse der Zeit
klar geschildert, in der er wiederkommen wird, so daß
hierüber kein Zweifel besteht, wenn auch Tag und Stunde
niemand weiß. Außerdem konnte der Sohn Gottes, nachdem
er sein Werk kaum begonnen hatte, es nicht sogleich
abschließen. Er sagte ja im hohenpriesterlichen Gebet,
daß er nicht nur für jene bete, sondern auch für die, so
durch der Apostel Wort an ihn glauben werden.
Bliek
auf den Altar
In unserer Zeit geht die Arbeit des Geistes Christi
mit aller Deutlichkeit dahin, unsere Seelen auf den
herrlichen Morgen der Ersten Auferstehung vorzubereiten.
Man kann uns entgegenhalten, daß die Christen der
Urkirche auch schon auf das Kommen des Herrn warteten,
daß er aber zu ihrer Zeit nicht, gekommen ist. Ver'-
gessen wir nicht, daß zu den Seinen nicht nur jene
wenigen Männer, die um ihn standen, gehören
alle, die von jenen Tag an, bis zu dem Tag, an dem er
wiederkommen wird, erkauft werden von der Welt und zu
seinem Eigentum gemacht werden. Will der Sohn Gottes
eine Brautgemeinde haben, dann muß sie erst vorhanden
sein. Es müssen solche sein, die mit seinem Geiste
erfüllt sind, denn wer Christi Geist nicht hat, der ist
nicht sein. Gute Werke sind gewiß nicht zu verachten,
aber sie bewirken keine Wiedergeburt, auch Gebete können
die Wiedergéburt nicht ersetzen.
Durch Gottes gnädige Führung sind wir dahin gekommen,
daß wir sein Volk und Schafe seiner Weide sind, und wir
lassen uns durch fremde Hirten nicht irreleiten. Wir
wissen, in welcher Zeit der Erfüllung des göttlichin
Heilsplanes wir uns befinden, und so gehen wir auch
geZukunft entgegen, die uns den Herrn und seinen Lohn
bringt."
Im Anschluß an die Ausführungen des Stammapostels sprach
Apostel Schall: „Unser diesseitiges Leben währt nur eine
ver,-
hältnismäßig kurze Zeit. Danach folgt eine unberechenbar
lange
Ewigkeit. Die kurze Lebenszeit wollen wir mit dem, was
Gott
uns in seiner Liebe entgegengebracht hat, ausnutzen und
wollen
darin für unsere Seele die höchsten Gewinne zu erzielen
suchen,
damit wir ewig glücklich sind. Hierher sind wir in der
Hoffnung gekommen, getröstet, erquickt und gesegnet zu
werden, und solches ist uns reichlich zuteil geworden.
Wie wunderbar ist angedeutet: Christus kam einst,
uns zu versöhnen, er
wird wiederkommen, um uns heimzuholen. Bekanntlich haben
Jesaja und andere Propheten verheißen, daß der Herr
kommen wird, damit wir zur Erlösung mit Gott gelangen.
Davon steht in der Schrift: ,Fürwahr, er trug unsere
Krankheit und lud auf sich unsere Schmerzen, wir aber
hielten ihn für den, der geplagt und von Gottgeschlagen
und gemartert wäre, aber er ist um unsere Missetat
willen verwundet und um unserer Sünde willen zerschlagen.
Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Frieden hätten,
und durch seine Wunden sind wir geheilt.

Jesaja war ein Profeet und was er sagte, hat sich in
vollem Umfang erfüllt.
zjezus ist mehr als ein Profeet und hat verheißen, daß
er wiederkommen wird, um die Seinen zu sich zu nehmen.
Wenn sich erfüllt hat, was Jesaja sagte, dann dürfen wir
erst recht hoffen, daß sich erfüllen wird, was Christus
selbst gesagt hat.
Trefflich zeigte uns der Stammapostel den Weg der Hilfe.
Bedenken wir, daß der Herr Jesus einstens nicht nur ein
Predigeramt gestiftet hat, er hat Handlungs- und
Amtsauftrag gegeben. Wäre Jesus nur an einem
Predigtauftrag gelegen gewesen, dann hätte er sagen
müssen: ‚Verkündigt, daß ich das Opfer für die
menschheit, alles andre mache ich selbst. Dies war aber
nicht zo. Er hat zu Petrus gesagt: ,Ich will dir des
Himmelreichs Schlüssel geben'. Man hätte meinen können,
Jesus hätte sie allein. Ergab sie dem Petrus, undwenn
wir heute glauben, daß sie unserem Stammapostel
anvertraut sind, tun wir recht. Ferner sagte Jesus zu
seinen Aposteln: ,Wer euch hört, der hört mich, und wer
aufnimmt, so ich jemand senden werde, der nimmt mich auf'.
Wir können, wie der Stammapostel schon angedeutet hat,
für gegenwärtige Schüler keine Lehrer verwenden, die vor
Jahrhunderten gelebt haben. Wir können für Patienten
keine Aerzte rufen, die aus dem Leben geschieden sind.
Wenn in einer Familie die Mutter die Augen schließt und
es sind einige Kinder da, dann ist nur ausreichende
Fürsorge getroffen, wenn wieder eine Mutter ins Haus
kommt. In Stuttgart starb vor Jahren einem blinden Mann
die Frau weg. Da hat sich eine wackere Schwester, die
nicht nur da stehen wollte, wo einem viel liebe, schöne
Wünsche erfüllt werden, sondern die da stehen wollte, wo
sie Aufgaben zu erfüllen hat, bereit gefunden und hat zu
dem blinden Mann gesagt: ,Ich will den Kindern eine
Mutter sein.' Der Mann hat freudig eingewilligt, und die
Schwester hat ihre Aufgaben treu erfüllt. Keine Kinder
wachsen ohne die zeitgemäße Pflege heran, und kein
Gotteskind kann sich entwickeln zum vollen Mannesalter
in Christo, wenn nicht die zeitgemäße Pflege durch die
Boten Gottes, in der Kraft des Heiligen Geistes
stattfindet. Der Apostel schrieb im 2. Korinthe 3, 5. 6:
,Nicht daß wir tüchtig sind von uns selber, etwas zu
denken als von uns selber, sondern daß wir tüchtig sind,
ist von Gott, welcher auch uns tüchtig gemacht hat, das
Amt zu führen des Neuen Testaments, nicht des
Buchstabens, sondern des Geistes.' So also haben die
Apostel im Auftrag des Sohnes Gottes auf Erden das Amt
des Geistes geführt. Im Hören, im Wahrnehmen der Pflege
und der Segnungen, die der Heilige Geistdurch die in
unserer Zeit Gesandten anbietet, liegt die Errettung.
Deshalb sagte der Apostel: Gott hat gesetzt in der
Gemeinde aufs erste die Apostel usw.... , De
"nieuwe kerk"
daß die Heiligen zugerichtet werden zum Werk des
Dienstes, dadurch der Leib Christi erbaut werde, bis daß
wir alle hinan kommen zu einerlei Glauben und Erkenntnis
des Sohnes Gottes'.Als Jesus einmal in Bethanien im
Hause der Martha und Maria und deren Bruder
Lazarus weilte, saß die Maria glücklich zu den Füßen des
Meisters. Als Martha sich bei Jesus beschwerte, daß sie
die Arbeit allein machen müsse, da sagte der Herr:
,Maria hat das
gute Teil erwählt', und er hat dabei die
bedeutungsvollen Worte geprägt : eins ist not! aus wir
nach den Ziele streben, so ist eins not, nämlich: aus
der jeweils auf Erden schaffenden Hand, die de Heilige
Geest lenkt und Führt, die pflege zzum Heil de Seele
hinzunehmen. Das tut
Sie
warten auf den Stammapostel
uns not und von allen,
die daran geblieben sind, haben wir erfahren, daß sie
hier schon glücklich sind. Sie gelangen auf höchste
Stufen der Zubereitung und dürfen die berechtigte
Hoffnung des ewigen Lebens und die Erbschaft der
Herrlichkeit besitzen."
Aus der weiteren Arbeit in diesem Vormittagsgottesdienst
wäre noch anzuführen: „Wir haben gehört, daß der Herr
Jesus in den Himmel eingegangen ist und vor dem
Angesicht Gottes für uns steht. Damit ist ausgesprochen,
daß wir vor dem Angesicht Gottes nicht für uns selbst
stehen können, sondern daß wir des Erlösers als des,ewigen
Mittlers bedürfen.
Nun wird vielleicht mancher sagen: ,Wir haben doch auch
Gutes getan, sprechen nicht auch unsere guten Werke für
uns? Wir haben doch gebetet, haben manche Opfer
gebracht, ist das alles nichts gewesen?' Vielleicht
denken sie sogar an das Wort, das damals die Apostel zum
Herrn Jesus sagten: ,Wir haben alles verlassen und sind
dir nachgefolgt, was wird uns dafür?` (Matthäus 19, 27).
Und doch steht die Tatsache, daß nicht w i r mit unseren
Werken uns die Stufe erarbeiten können, auf die uns der
liebe Gott haben will, sondern daß alles, was wir haben,
ein Gnadengeschenk von i h m ist. So haben wir wohl das
Unsere zu tun versucht, aber wir konnten mit den Werken
keine Wiedergeburt bewirken.
Der Mensch kommt leicht in die Versuchung, was er selbst
tut, zu überschätzen und zu glauben, daß auf seinen
Werken ewige Erlösung und das Reich des Friedens beruhe.
Einige kleine Beispiele aus unserem täglichen Leben
werden uns schnell beweisen,, wie die Dinge wirklich
liegen.
Nehmen wir einmal an, daß in einer Familie ein Kind ist,
das sich ständig dem Wunsch und dem Willen der Eltern
widersetzt; es ist ungehorsam. Aber wenn es des Abends
zu Bett geht, versichert es die Eltern: Ich habe euch
beide so lieb! Die Eltern werden sagen:,Was sollen wir
mit unserem Kind nur anfangen? Es sagt uns, daß
es uns liebt; aber wir haben nicht den geringsten Beweis
dafür, denn es tut nicht, was wir sagen.'
Auch wir sagen täglich dem lieben Gott in unseren
Gebeten, daß wir ihn lieben, und geben unserer Gesinnung
Ausdruck; aber wie bitter wäre es, wenn der liebe Gott
sagen müßte: Wo ist der Beweis dafür? Der Herr Jesus hat
das Wort gesprochen: ,Wer im Geringsten treu ist, der
ist auch im Großen treu' (Lukas 16, 10), und wenn wir
nicht den Beweis dafür liefern können, daß wir im
Geringsten treu und gehorsam sind, also tun, was uns
gesagt
wird, dann können wir auch Großes nicht erwarten. Darin
liegt die eine Veranlassung für die Anstrengungen, gute
Werke zu tun.
Ein weiterer Grund ist, daß wir uns einfach nicht mehr
so verhalten können, wie wir früher ins Haus Gottes
gekommen sind. Nehmen wir an: Es käme in einem Ort ein
junger Mensch an; er ist arm, ist barfuß, hat zerlumpte
Kleider an. Nun läßt er sich dort nieder, ist fleißig
und von ehrlicher Gesinnung. Er arbeitet sich im Lauf
der Jahre empor und bringt es so weit, daß ihn das
Vertrauen seiner Mitbürger zum Bürgermeister beruft. Nun
hat
er seinem Amte entsprechend zu leben, hat einen
Pflichtenkreis, und er hat auch seine Mitbürger zu
repräsentieren. Damals, da er als armer Junge in diesen
Ort Aufn.: Robausch 7, R. Volz 6 gekommen war, hat ihm
niemand sein Aussehen übel genommen. Nachdem er aber
durch das Vertrauen seiner Mitbürger auf einen solchen
Platz gekommen ist, darf er nicht mehr in dem Zustand
wie damals über die Straße laufen; niemand würde dafür
Verständnis haben. Als wir in die Gemeinde kamen, war
unser Seelenzustand auch nicht fein, und wir trugen die
Spuren dessen an uns, in dessen Bereich wir uns seither
bewegt hatten, wir waren arm, zerrissen, ohne Bedeckung
unserer Blöße. Nun aber hat uns doch das Vertrauen
unseres Gottes zu einem königlichen Priestertum berufen,
wir haben die Kleider des Heils empfangen, es wurde uns
Gnade

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